Kategorie: Studium
23.02.2010
Studium: Nachtrag.
Ich hatte es geahnt. Natürlich ist mein Studium noch nicht so ganz vorbei, denn die Bürokratie lauerte noch in dem Umschlag, den ich neulich in meiner Wohnung fand. (Ihr erinnert euch? Ich habe keinen Briefkasten, daher schiebt die Post die Post unter meiner Tür hindurch.) Übrigens ein großer A4-Umschlag, frankiert mit 1,45 Euro.
Und darin? Die Aufforderung, einen zweiseitigen Antrag auf Exmatrikulation auszufüllen und von fünf verschiedenen Instituten der Fachhochschule und anderen offiziellen Stellen (darunter: der Hausmeister der FH, den ich noch nie gesehen habe) unterzeichnen zu lassen. Und zwar innerhalb der nächsten beiden Tage. Ich weiß nicht, wie man sich das dort, im Studentendekretariat, gedacht hatte. Ich rief an, und man behauptete, man habe alle Studenten über die Vorgehensweise bereits per E-Mail informiert. Mich nicht, habe extra alle meine Mailarchive durchgesucht. Wie auch immer, egal.
Für BAFöG-Empfänger war noch ein weiteres Formular beigefügt, das aus Altersgründen beinahe in seine Bestandteile zerfiel. Ich habe es mir mal genauer angeschaut, man soll dort das Bundesland seiner Hochschule angeben – und hat die Wahl aus genau 11 Bundesländern. Das Formular ist aus dem Jahr 1988.
Da ich ja einen Job habe (ich selbst bezeichne mich als vorübergehend fest angestellt),konnte ich ohnehin nicht an der offiziellen Diplomierung in Flensburg teilnehmen (wieso muss das auch an einem Freitag vormittag stattfinden?). Also bat ich per E-Mail um die Zusendung der Urkunde und allen weiteren wichtigen Unterlagen. Ja, antwortete man mir, das ginge schon, aber ich müsste das schriftlich beantragen und eine Erklärung abgeben, dass ich im Verlustfall die Kosten einer Zweitschrift der Urkunde übernehme, und außerdem sollte ich einen frankierten und adressierten Rückumschlag beilegen. In DIN A4, frankiert mit 1,45 Euro.
Habe ich getan und heute in den Postkasten geworfen. Ihr könnt es euch denken: in einem A4-Umschlag mit 1,45 Euro-Briefmarke. Bin gespannt.
27.01.2010
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Studium: Ich habe fertig.
Gestern habe ich erfolgreich meine mündliche Prüfung, die Verteidigung meiner Diplomarbeit (das Kolloquium) absolviert. Damit bin ich nun nach neun Semestern Diplom-Informatiker – jedenfalls im Prinzip. Die Urkunde gibt es erst in ein paar Wochen. Äh, moment, ich vergas: natürlich bin ich nur “Diplom-Informatiker (FH)”. Der Zusatz “FH” ist, warum auch immer, entscheidend.
Meine Rückfahrt aus Flensburg mit dem Zug gestaltete sich ganz nett, wenn es nicht so traurig wäre. Statt eines modernen, schicken ICE fuhr ein Ersatzzug, ein beinahe ausgemusterter Intercity-Zug mit einer schäbigen, vollkommen abgenutzten Inneneinrichtung in beige-gelb, türkis und Flieder. Auch das begleitende Bahnpersonal war darüber offensichtlich nicht glücklich. Im Vorbeigehen beim Einsteigen hörte ich einen Mitarbeiter fluchen: “Das kann doch nicht war sein, was ha’m die uns hier für einen Sch*** hingestellt, …”
Die Begrüßung erfolgte dann mit einem seufzenden Unterton: “Meine Damen und Herren, willkommen im [kurze Pause, eigentlich folgt hier das Wort ICE] Zug nach berlin Südkreuz mit halt in Berlin Hauptbahnhof. Wir wünschen Ihnen den Umständen entsprechend eine angenehme Reise.” Anhand seines Tonfalls wussten alle, was er meinte, denn eigentlich wollte er sagen: “…in einem sogenannten Zug…”.
Immerhin: wir kamen so gut wie pünktlich an. Zuhause dann allerdings der nächste Frust: die Heizung hatte sich mit einer Fehlermeldung abgeschaltet, in meiner Wohnung waren es 8 Grad. Immerhin waren das 19 Grad mehr als draußen.
02.11.2009
Es ist vollbracht: Diplomarbeit eingereicht. Auf nach USA!
Puh… Die letzten Nächte waren kurz und der Berg an Arbeit, der vor mir lag, wurde scheinbar nicht kleiner. Aber nun ist es geschafft: meine Diplomarbeit ist vollendet, gedruckt, gebunden, verpackt, frankiert und am Freitag auf den Postweg nach Flensburg zum Prüfungsamt geschickt wurden.
Natürlich gab es in letzer Sekunde, wie sich das für eine Diplomarbeit gehört, noch ein Problem beim Ausdrucken. Zwei Grafiken waren plötzlich verschwunden, aber zum Glück konnte ich auf ein Backup zurückgeifen.
Und natürlich war am Ende zu wenig Zeit, um all das noch unterzubringen, was ich gerne noch erwähnt hätte. Aber ich bin zufrieden mit dem Gesamtergebnis. Herzlichen Dank an alle Kolleginnne und Kollegen und an meine Freunde, die mich unterstützt haben, in welcher Form auch immer. Ich weiß noch nicht, wann ich mit einem Ergebnis rechnen kann, aber ich lasse es euch gern wissen, wenn es soweit ist.
Nun geht’s für mich zusammen mit einem Kollegen für vier Wochen in die USA. Dort arbeite ich für die Andrä AG an einem neuen Projekt, morgen startet der Flieger von Berlin-Tegel. In London steigen wir um und werden gegen 17 Uhr Ortszeit in San Franciso landen. Ich bin sehr gespannt.
Update: Vor ein paar Minuten rief mich das Prüfungsamt an. Meine Diplomarbeit ist noch nicht aufgetaucht. Laut Sendungsverfolgung der Post wurde sie aber ordnungsgemäß zugestellt, um die Fristeinhaltung mache ich mir daher eigentlich keine Sorgen. Aber ein ungutes Gefühl ist das schon.
Update 2: Natürlich war sie angekommen. Die lag nur am falschen Eingang der FH, also alles in Ordnung.
05.08.2009
Zurück in Berlin
An meinem ersten Arbeitstag hier in Berlin, also vorgestern, hat es den ganzen Tag geregnet. Inzwischen ist das Wetter wieder besser, und ich habe die Bestätigung der Anmeldung meiner Diplomarbeit bekommen – der Drei-Monats-Countdown hat begonnen. Stichtag ist der 30. Oktober. Bis dahin ist eine ganze Menge zu tun. Es wird eine spannende Zeit…
Meine neue Wohnung im Wedding hat seit Monat übrigens auch eine funktionsfähige Dusche. Wochenlang waren nur zwei Löcher in der Wand zu sehen, zwischenzeitlich fehlte sogar eine Wandfließe in der Duschkabine. Jetzt ist aber alles in Ordnung, wenn auch unaufgeräumt und ein bisschen chaotisch. Noch stehen die Umzugskartons herum. Freitag soll ich einen Internetanschluss bekommen, bis dahin werde ich fleißig aufräumen und einräumen.
Seit heute bin ich offiziell Berliner, ich war auf dem “Bezirksamt Mitte von Berlin” und hab mich angemeldet. Über eine Stunde musste ich warten, bevor ich an der Reihe war. Gestern hatte ich es schon einmal probiert, aber wegen Überfüllung des Bürgeramtes wurden ab 17.00 Uhr keine Wartenummern mehr ausgeben.
03.06.2009
Sozialabgaben während der Diplomarbeit?
Habe mich gerade gefragt, ob ich als Diplomand, der seine Diplomarbeit in einem Betribe schreibt und dafür entlohnt wird, Sozialabgaben zu leisten hat. Die einfache Antwort: nein.
»Bestimmte Studien- und Prüfungsordnungen sehen die Anfertigung einer Diplomarbeit vor. Da Unternehmen oftmals Interesse an den inhaltlichen Ergebnissen von Diplomarbeiten haben, werden den Studenten zur Anfertigung ihrer Arbeit die betrieblichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Gegenstand einer Diplomandenvereinbarung ist regelmäßig, dass die Diplomarbeit zur weiteren Verwendung dem Unternehmen überlassen wird; u.U. werden auch Vergütungen bzw. Honorare gezahlt.
Personen, die sich allein zur Erstellung der für den Studienabschluss erforderlichen Diplomarbeit in einen Betrieb begeben und in dieser Zeit neben der Diplomarbeit keine für den Betrieb verwertbare Arbeitsleistung erbringen, gehören nicht zu den abhängig Beschäftigten; Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherungspflicht kommt deshalb für sie nicht in Betracht.«
Quelle: Deutsche Rentenversicherung, als PDF: Versicherungsrechtliche Beurteilung in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung, 320 KB (Seite 53f.)
